Herzschlagfinale für Tim Zimmermann

Am kommenden Wochenende (10. und 11. Oktober) geht es für Tim Zimmermann und Leyton Fourie im ADAC GT Masters um alles. Das deutsch-südafrikanische Duo führt vor den beiden entscheidenden Saisonrennen hauchdünn mit fünf Punkten die Gesamtwertung der „Liga der Supersportwagen“ an und hat gleichzeitig die Chance, FK Performance Motorsport im Teamwettbewerb zum Sieger zu krönen.

In den vergangenen Tagen klingelte das Telefon von Tim Zimmermann noch ein wenig öfter als sonst. „Es ist wirklich krass, wie viele Leute sich melden und mir sagen, ich soll mir diesen Titel am Wochenende holen“, lacht der 30-jährige Rennfahrer. „Das macht den Druck jetzt nicht unbedingt kleiner. Aber ich freue mich wirklich, dass irgendwie alle in meinem Umfeld teilhaben wollen und mir diese ganzen guten Wünsche mit auf den Weg geben.“

Im Auto wird Tim Zimmermann dann am Samstag und Sonntag aber allein sitzen. In zwei 60-minütigen Rennen wird sich entscheiden, ob Zimmermann und sein Teamkollege Leyton Fourie sich die Krone der „Liga der Supersportwagen“ aufsetzen können. Das deutsch-südafrikanische Duo geht als Tabellenführer in die beiden letzten Läufe, mit fünf Punkten ist der Vorsprung aber nur hauchdünn. Mit jeweils drei Zählern für die Pole-Position und 25 für einen Rennsieg sind insgesamt also noch bis zu 56 Punkte am Hockenheimring zu vergeben.

Die ersten Verfolger des BMW-Duos sitzen in einem Lamborghini. Felix Hirsiger und Finn Zulauf haben die größten Chancen, Zimmermann und Fourie noch abzufangen. Niklas Kalus und Kiano Blum im Ford Mustang haben zumindest noch eine theoretische Chance auf den GT-Masters-Gesamtsieg. „Dass es so knapp ist, spricht für diese Serie. Drei verschiedene Marken kämpfen am Ende um den Titel“, sagt Zimmermann. „Ich denke, wir alle freuen uns auf diesen Fight auf der Strecke. Die Zuschauer bekommen beim Saisonfinale richtig etwas geboten.“

Unterstützer werden demnach auch viele an der Strecke sein, immerhin ist der Hockenheimring so etwas wie das Heimrennen für den Mann vom Bodensee. Nirgendwo sonst hat der erfahrene GT-Pilot so viele Runden gedreht. Der BMW und der Lamborghini werden an unterschiedlichen Stellen ihre Stärken ausspielen, was vor allem bei einem direkten Duell auf der Strecke zum Tragen kommen könnte. „Wir sollten vor allem in den Vollgaspassagen wie der Parabolika unsere Vorteile haben“, erzählt Zimmermann, weiß aber auch, dass Hirsiger und Zulauf umgekehrt beispielsweise in der Sachskurve mit mehr Grip ihre Stärken ausspielen können. „Es kommt auch viel auf die ‚Balance of Performance‘ an und auch das Wetter kann eine Rolle spielen“, so Zimmermann weiter. „So richtig werden wir erst in den Qualifyings sehen, wer vielleicht die Nase vorn haben könnte.“

Und auch dann bringt ein Rennen über 60 Minuten noch jede Menge Unwägbarkeiten mit sich. Zuletzt holten sich Zimmermann und Fourie einen Rennsieg am Salzburgring, den sie sich nach der Performance im Zeittraining vielleicht selbst gar nicht unbedingt zugetraut hätten. „Es wird sich keiner beschweren können, dass es nicht spannend war“, ist sich Zimmermann sicher. Sein Team kämpft außer um den Fahrertitel auch noch um die Teamwertung. Zusätzlich führt Leyton Fourie die Nachwuchswertung „Road to DTM“ an. „Es wird darum gehen, alles zu geben. Wenn es dann zu Titeln reicht, ist das der Wahnsinn. Was wir aber jetzt schon wissen, ist, dass jeder im Team alles dafür gegeben haben wird. Und dafür bin ich sehr dankbar.“

Die Rennen starten am Samstag um 15:05 Uhr und am Sonntag um 14:30 Uhr. Joyn, ServusTV On und der YouTube-Kanal von ADAC Motorsport übertragen beide Läufe live im Stream.

Foto: Gruppe C Photography