Überraschungssieg dank meisterlicher Taktik

Mit einem Punkt Rückstand waren Tim Zimmermann und Leyton Fourie in das vorletzte Rennwochenende des ADAC GT Masters am Salzburgring gestartet, mit fünf Zählern Vorsprung reist das Duo von FK Performance Motorsport nun zum Saisonfinale nach Hockenheim. Mit einer taktischen Meisterleistung sicherten sich der Deutsche und der Südafrikaner am Samstag den Rennsieg und legten am Sonntag mit einem starken vierten Platz nach.

Als Tim Zimmermann am Samstag seinen Teamkollegen Leyton Fourie im Parc Fermé empfing und die „1“ auf dem orange-schwarzen BMW M4 GT3 aufleuchtete, konnte er sein Glück kaum fassen. „Wir hatten an diesem Wochenende ehrlich gesagt keine großen Hoffnungen auf das Podium“, gab Zimmermann später zu. Zu deutlich war über weite Strecken der Rückstand auf die Spitze gewesen. Doch davon ließ sich das Duo nicht beirren. „So ist das eben im Sport. Man muss aus der eigenen Situation das Beste machen. Dass uns das so gut gelungen ist, war nur durch die Leistung des kompletten Teams möglich.“

Fourie war von Startplatz sieben ins Rennen gegangen und übergab den BMW relativ früh im ersten Boxenstoppfenster an Zimmermann. Genau dieser Zeitpunkt sollte sich als entscheidend erweisen. Während ein Großteil der Konkurrenz mit kürzeren Stopps zunächst auf den gebrauchten Reifen blieb, schickte FK Performance Zimmermann direkt auf frischen Pirellis zurück auf die Strecke. Der 30-Jährige hatte freie Fahrt und nutzte den Reifenvorteil, um den Rückstand auf die Spitze Runde für Runde zu verkürzen.

„Das war eine unglaublich clevere Entscheidung des Teams“, lobte Zimmermann die Strategie. Als er das Cockpit später wieder an Fourie übergab, hatte sich die Ausgangslage komplett verändert. Mit warmen Reifen ging der Südafrikaner in die entscheidende Schlussphase, arbeitete sich bis an die Spitze des Feldes und verteidigte die Führung anschließend mit dem sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen. Aus einem Wochenende, an dem zunächst kaum jemand mit einem Podest gerechnet hatte, war plötzlich ein Sieg geworden.

Am Sonntag nahm Zimmermann das Rennen von Startplatz sechs in Angriff. Erneut setzte FK Performance auf eine ähnliche Strategie, dieses Mal zog die Konkurrenz allerdings weitestgehend mit. So lag es zunächst an Fourie, seinem Teamkollegen für die Schlussphase eine möglichst gute Ausgangsposition zu verschaffen. Zimmermann übernahm den BMW auf Rang sechs und machte in den verbleibenden Runden noch zwei Positionen gut. Mehr als Platz vier war an diesem Tag nicht drin. Die Meisterschaftskonkurrenten Felix Hirsiger und Finn Zulauf erwischten dagegen eine spektakuläre Aufholjagd und fuhren im Lamborghini vom letzten Startplatz noch zum Sieg.

„Ich denke, das war das Maximum, was es an diesem Wochenende für uns zu holen gab“, zeigte sich Zimmermann auch mit seinem sportlichen Geburtstagsgeschenk zum 30. zufrieden. „Auch ohne den Rennsieg hätten wir mit diesem Wochenende leben können. So ist es natürlich noch einmal viel besser gelaufen.“ Mit fünf Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung und im Silver Cup gehen Zimmermann und Fourie nun in das Saisonfinale Anfang Oktober am Hockenheimring. Zusätzlich führt Fourie die „Road to DTM“-Wertung an, während FK Performance auch der Titel in der Teamwertung kaum noch zu nehmen ist.

„Eigentlich war es das perfekte Rennwochenende“, bilanziert Zimmermann. Entsprechend selbstbewusst, aber auch mit Respekt vor der Konkurrenz blickt der 30-Jährige auf das Finale in Hockenheim. „Wir haben am Sonntag gesehen, wie eng die Kräfteverhältnisse sind und wie schnell sich die Situation in dieser Meisterschaft verändern kann. Lamborghini und Ford waren sehr stark, und auch wir haben gezeigt, dass wir mit einer guten Strategie unsere Chancen nutzen können. Jetzt hoffe ich einfach, dass wir in Hockenheim ähnliche Voraussetzungen vorfinden und am Ende die Leistung auf der Strecke darüber entscheidet, wer sich den Titel verdient.“

Fotos: Gruppe C Photography